EMDR:

 

  • EMDR (Eye Movement Desensilisation and Reprocessing Therapy) ist eine der effektivsten und zugleich sanftesten traumazentrierten Psychotherapiemethoden und sehr gut mit der Verhaltenstherapie kombinierbar.
  • EMDR ist eine in Deutschland  (WBP 2006) anerkannte, sehr gut auf ihre Wirksamkeit hin wissenschaftlich untersuchte Methode, mit deren Hilfe eine erhebliche Behandlungsintensivierung sowie rasche Stressreduktion in den Sitzungen erreicht werden kann.
  • ständige Qualitätskontrolle und Weiterentwicklung erfolgt durch die europäische Fachgesellschaft: emdr - europe.org
  • Dr. Francine Shapiro / USA entwickelte 1987-1991 diese Methode, nachdem sie während eines Spaziergangs feststellte, dass sich ihre Augen durch den Lichteinfall der Bäume hin und her bewegten, daraufhin ihre belastenden Gedanken verschwanden und nicht wieder auftraten. Aus dieser zufälligen Beobachtung entwickelte sie die Technik der beidseitigen (bilateralen) Stimulation, wobei der Patient mit den Augen den Bewegungen des  Finger des Therapeuten folgt und dabei gleichzeitig im Kontakt mit der ursprünglich belastenden Erinnerung sowie der dazugehörigen negativen Kognition ist. Es werden äußere Stimulationen gezielt eingesetzt, z.B. vom Therapeuten geleitete Augenbewegungen, die beide Gehirnhälften des Patienten ansprechen, während er das traumatische Ereignis erinnert. Über die Augenbewegungen wird die Verarbeitung im Gehirn angeregt - ähnlich den REM - Phasen im Schlaf. Ziel der Behandlung ist die Bewältigung des Traumas und der damit zusammenhängenden schmerzlichen Erinnerungen und Gefühle, um letztendlich auch in gegenwärtigen Situationen, die an das Trauma erinnern, handlungsfähig und stabil zu bleiben.
  • Die klassischerweise über die Augen erfolgende bilaterale Stimulation (ebenso über Töne, bzw. Berührungen möglich) bewirkt erwiesener Maßen eine Synchronisation beider Gehirnhälften. Ähnlich den REM - Phasen beim Träumen findet ein Prozess statt, der die Verarbeitung blockierter und unabgeschlossener Erlebnisse ermöglicht. Durch die EMDR- Behandlung wird das Selbstheilungssystem aktiviert, wodurch die im Gehirn dysfunktionell abgespeicherten Erfahrungen, die Ursachen von Störungen sind, verarbeitet werden können. Die belastenden Emotionen klingen meist schnell ab. Durch die Ressourcenaktivierung sowie häufig auftauchender wichtige Einsichten und Erkenntnisse gelingt die Alltagsbewältigung wieder.
  • EMDR wurde ursprünglich für Menschen mit Traumatisierungen wie die Vietnamveteranen und anderen Personen mit PTBS (posttraumatischen Belastungsstörungen) entwickelt und überprüft, lässt sich auch sehr gut bei Ängsten, Zwängen Depressionen und Somatisierungen einsetzen.
  • Die ersten Schritte nach Diagnosestellung in der Behandlung beinhalten die körperliche, soziale und psychische Stabilisierung, die Grundvoraussetzung für konfrontative Traumabearbeitung.
  • Im nächsten Therapieabschnitt steht die Traumaverarbeitung im Mittelpunkt.
  • Der letzte Abschnitt umfasst die Integration des Traumas und Neuorientierung

 

Weitere Informationen können über den Deutschen Fachverband für EMDR (www.emdria.de) sowie über die internationale EMDR Assoziation (www.emdria.com) eingeholt werden.